Von Oktober 2020 bis Januar 2021 verbrachten wir unseren letzten Winter in unserem Haus. Hier sind wir Freunde geworden und die Tür stand immer offen. Es gab einen großen Walnussbaum im Garten. Auf dem Dach lebten die Tauben und gurrten fröhlich vor sich hin. Wir nannten es „die Schwabe“, abgeleitet von der Straße, in der es lag. Ein Haus mit einer Seele. Doch dann wurde der Körper unserer Schwabe in viele Teile zerlegt und glitschiger Neonschleim begann sich auszu-breiten. Aus den Rohren kam nur noch kaltes Wasser, den ganzen Winter lang. Und wir wurden plötzlich zu einer Detektivbande. In unseren Zimmern brannten die Kachelöfen warm und hell, aber meine Stirnlampe war für den Notfall immer eingeschaltet. Ich entwickelte meine Filme in der schimmeligen Dusche. Ein paar Fussel, ein bisschen Baustaub, wurden so konserviert. Der Walnussbaum wurde gefällt und die Tauben mussten sich ein anderes Dach suchen (vielleicht sind sie aber auch noch da).
From October 2020 to January 2021, we spent our last winter in our house. Here we became friends, and the door was always open. There was a large walnut tree in the garden. On the roof, the pigeons lived and cooed happily. We called it "die Schwabe," derived from the street where it stood. A house with a soul. But then the body of our Schwabe was dismantled into many parts, and slippery neon slime began to spread. Only cold water came from the pipes, all through the winter. And we suddenly became a detective gang. The tiled stoves burned warm and bright in our rooms, but my headlamp was always on, just in case. I developed my films in the moldy shower. A few fuzzballs, a bit of construction dust, all preserved in that way. The walnut tree was cut down, and the pigeons had to find another roof (but maybe they’re still there).
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